Was bisher passiert ist – kurz erklärt


In den vergangenen Monaten wurden mehrere Schritte zur Windenergieplanung rund um Kollmar beraten. Grundlage sind unter anderem die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans Windenergie sowie kommunale Planungsüberlegungen.


Auf Landesebene wurden Vorrang- und Potenzialflächen bewertet. Für Kollmar wurden Flächen mit unterschiedlichem Konfliktpotenzial identifiziert. Während einige Bereiche als Vorranggebiete gelten, stehen andere Flächen weiterhin zur Diskussion.


Entscheidungen und Beratungen in Kollmar


14.10.2025 – Bau- und Wegeausschuss

Erste Beratung im Zusammenhang mit dem Antrag zur Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich Bielenberg/Strohdeich.


02.12.2025 – Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung hat sich mit der sogenannten Gemeindeöffnungsklausel beschäftigt. Dabei wurde eine grundsätzliche Offenheit für weitere Windenergieflächen diskutiert.


03.02.2026 – Bau- und Wegeausschuss

Der Bau- und Wegeausschuss hat empfohlen, die nächste Änderung des Flächennutzungsplans einzuleiten und mögliche Planungsschritte zu prüfen. Endgültige Beschlüsse stehen noch aus.


Die Windpark Kollmar-Bielenberg GbR hat die Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich Bielenberg/Strohdeich beantragt, um dort 5 Windenergieanlagen zu ermöglichen.


26.02.2026 – Gemeindevertretung

Der Planaufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes für ein Beschleunigungsgebiet Windenergie (TOP 9) wurde abgelehnt. TOP 10 ist vorerst vom Tisch. Eine Arbeitsgruppe soll das Thema weiter beraten.



Einordnung der aktuellen Situation

Die bisherigen Beratungen sind für viele Bürgerinnen und Bürger nur schwer nachvollziehbar gewesen. Entscheidungen und Empfehlungen fielen teilweise in zeitlich dicht aufeinanderfolgenden Sitzungen, unter anderem rund um die Weihnachtszeit. 


Dadurch entstand bei einigen der Eindruck, dass eine breite öffentliche Auseinandersetzung bislang kaum stattgefunden hat. Auch die vergleichsweise geringe öffentliche Wahrnehmung einzelner Sitzungen spiegelt dies wieder.


Zudem wird kritisiert, dass sich die Gemeinde allem Anschein nach bislang zu wenig mit den möglichen Risiken auseinandergesetzt hat. Eine klare Standortbestimmung oder systematische Risikoabwägung sei bisher nicht erfolgt. Kritische Stimmen weisen außerdem darauf hin, dass einige der diskutierten Flächen auf Landesebene aus Gründen des Natur- und Menschenschutzes bereits als ungeeignet eingeschätzt worden seien.


Gleichzeitig hat Kollmar durch bereits ausgewiesene Vorrangflächen auf Landesebene seinen Beitrag zur Windenergieplanung grundsätzlich erfüllt. Vor diesem Hintergrund stellt sich für viele die Frage, weshalb zusätzlich mehrere Potenzialflächen mit erhöhtem Konfliktrisiko erneut zur Diskussion stehen, obwohl sie auf Landesebene zunächst nicht als Vorranggebiete vorgesehen waren.


Auswirkungen

Ein weiterer Diskussionspunkt betrifft die Frage, welche konkreten Auswirkungen mögliche zusätzliche Windenergieflächen für die Gemeinde und ihre Einwohnerinnen und Einwohner haben könnten. Während auf übergeordneter Ebene energiepolitische Ziele verfolgt werden, ist für viele noch unklar, welche direkten Vorteile oder finanziellen Effekte vor Ort entstehen würden und wie diese transparent nachvollziehbar werden.


Gleichzeitig werden in Gesprächen unterschiedliche Sorgen angesprochen – etwa mögliche Veränderungen des Landschaftsbildes, Auswirkungen auf Naherholung und Wohnumfeld sowie Fragen zu Lärm, Abständen oder langfristiger Standortentwicklung. Diese Aspekte werden je nach Perspektive unterschiedlich bewertet und zeigen, dass neben Klimaschutzzielen auch lokale Interessen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen.


Entwicklung

Die weitere Entwicklung hängt nun davon ab, wie die Gemeindevertretung und die zuständigen Ausschüsse die nächsten Planungsschritte abwägen – zwischen den bestehenden landesplanerischen Zielen und den örtlichen Belangen. 


Mit der Entscheidung vom 26.02.2026 und der einstimmigen Bildung einer Arbeitsgruppe ist das Thema nicht abgeschlossen, sondern geht in eine neue Phase der Beratung über.


Die große Resonanz und das zahlreiche Erscheinen vieler Bürgerinnen und Bürger unterstreichen die Bedeutung des Themas für die Gemeinde. Wir begrüßen diesen Schritt und werden die weiteren Beratungen konstruktiv und aufmerksam begleiten.